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Chronik

 1962
 1970
 1981
 1999
 40 Jahre Schaubühne
 Architektur

1962 wurde das Theater unter dem Namen "Schaubühne am Halleschen Ufer" als privates Theater mit einem politisch und sozial engagierten Spielplan gegründet. Als letztes der ursprünglich vier Gründungsmitglieder trägt Jürgen Schitthelm seit 1987 als Direktor die Verantwortung für die Schaubühne.
 
1970 kam mit Peter Stein eine Gruppe junger Theatermacher und -schauspieler an die Schaubühne. Vor dem Hintergrund der 68er-Bewegung und ausgehend von einer Unzufriedenheit mit dem damaligen Stadttheatersystem ging es darum, dem deutschen Stadttheater durch neue Formen gemeinsamer Theaterarbeit eine Alternative entgegenzusetzen. Ein Mitspracherecht aller künstlerischen Mitarbeiter bei Stückauswahl und Spielplanpolitik und die überragende Bedeutung einer wissenschaftlich und langfristig konzipierenden Dramaturgie ermöglichten den Aufbau eines der bedeutendsten Schauspielensembles und eine ungewöhnliche Durchdringung von gesellschaftlichem Alltag und konzentrierter Theaterarbeit. Über 30 Einladungen zum Berliner Theatertreffen, 44 Fernsehaufzeichnungen von Schaubühnen-Inszenierungen und zahlreiche internationale Gastspiele dokumentieren dies auf eindrucksvolle Weise. Als "Schaubühnen-Stil" gelten seitdem der behutsame Umgang mit und die psychologisch genaue Ausleuchtung von Texten und Epochen der Weltliteratur. Neben der Auseinandersetzung mit der griechischen Tragödie, dem Zeitalter Shakespeares, Tschechows, mit Dramatikern des 19. Jahrhunderts, der deutschen und französischen Klassik gehörten Stücke zeitgenössischer Autoren wie Botho Strauß und Peter Handke zum Spielplan der Schaubühne. Peter Stein blieb bis 1985 Künstlerischer Leiter, zu seinen bedeutendsten Inszenierungen zählen "Peer Gynt" (1971), "Das Sparschwein" (1973), "Prinz Friedrich von Homburg" (1972), "Sommergäste" (1974), "Groß und Klein" (1978), "Orestie" (1980), "Drei Schwestern" (1984), "Der Kirschgarten" (1989) und "Roberto Zucco" (1990). Weggefährten Steins, die Regisseure Klaus Michael Grüber, Lyc Bondy und Robert Wilson haben bis Ende der neunziger Jahre an der Schaubühne gearbeitet.
 
1981 zog die Schaubühne in ein in den zwanziger Jahren von dem Architekten Erich Mendelsohn errichtetes Gebäude am oberen Kurfürstendamm und führt seitdem den Namen "Schaubühne am Lehniner Platz". Das Haus verfügt über drei Spielstätten, die unabhängig voneinander aber auch gemeinsam genutzt werden können. Regisseuren und Ausstattern ist damit möglich, komplexe, den Zuschauer miteinbeziehende Bühnenräume jenseits des klassisch-starren "Guckkasten"-Prinzips zu entwickeln. Nach Luc Bondy und Jürgen Gosch führte die Regisseurin Andrea Breth als Künstlerische Leiterin die Tradition des Theaters fort. Ihre Trilogie mit Stücken des 19. Jahrhundert, "Der einsame Weg" (1991), "Hedda Gabler" (1993) und "Onkel Wanja" (1998), zählen zu ihren herausragenden Schaubühnen-Arbeiten.
 
Seit Herbst 1999 arbeitet die Schaubühne unter der Künstlerischen Leitung von Sasha Waltz, Thomas Ostermeier, Jens Hillje und Jochen Sandig als Schauspiel- und Tanztheater. Der Spielplan entsteht in einer ständigen inhaltlichen Auseinandersetzung zwischen Künstlerischer Leitung, Dramaturgie und Ensemble sowie im Austausch zwischen Schauspiel und Tanz. Die Schaubühne versteht sich als ein Laboratorium, das im Dialog mit anderen Disziplinen wie Architektur, Bildende Kunst, Musik, Literatur und Film an der Entwicklung einer neuen Theatersprache arbeitet.
 
Vor 40 Jahren, am 21. September 1962, startete die Schaubühne, damals noch am Halleschen Ufer, ihren Spielbetrieb mit der Premiere von Ariano Suassunas "Das Testament des Hundes oder die Geschichte der Barmherzigen" in der Regie von Konrad Swinarski.

40 Jahre später, am 21. September 2002 ab 20 Uhr, startete die große Geburtstagsparty am Lehniner Platz.


Architektur

1928
Eröffnung des "Universums", dem größten Kino Berlins. Das Gebäude, entworfen von Erich Mendelsohn, gilt ab sofort als ein Wegweiser der Moderne

1937
Umbauarbeiten des Architekten Hans Werner Anke

1946
Wiederauf- und Umbau des zerbombten Hauses durch den Architekten Hermann Fehling zum Kino "Capitol"

1959
Umbau zum Cinerama-Kino durch den Architekten Gerhard Fritsche

1968/69
Umwandlung des Gebäudes in ein Beatlokal und Musicaltheater

1979
Mendelsohn-Bau wird unter Denkmalschutz gestellt

1981
Renovierung und Umbau des Gebäudes durch Jürgen Sawade zu einem der bestausgestattesten Theater Deutschlands
Umzug der Schaubühne am Halleschen Ufer zum Lehniner Platz unter der Künstlerische Leitung von Peter Stein sowie den Direktoren Jürgen Schitthelm und Klaus Weiffenbach.


 
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